www.wittremberg.de
Guatemala 2005

 

Guatemala ist ein finanziell armes, doch kuturell sehr reiches und  interessantes Reiseziel. Geprägt wurden die Menschen von den Conquistadores, seine Wurzeln hat das Land jedoch bei den Mayas.

Unsere Tour führte uns von Flores nach Tikal, mit einem Abstecher nach Copan in Honduras, von Antigua nach Chichicastenango und zum Atitlan-See.

 


Das Erbe der Maya

Unsere Rundreise begann in Mexiko. Morgens um 11:00 Uhr fuhren wir mit sechs weiteren Teilnehmern gut gelaunt zum Flughafen von Cancun, wo wir um 14:00 Uhr in unser Flugzeug stiegen. Die Propellermaschine der Grupo-Taca fasste ca. 40 Passagiere, ein riesiger gelber Schlauch ragte in die Kabine: Die Klimaanlage. Hoffentlich ist die Wartung der Maschine nicht genauso provisorisch. Die Propeller liefen an, es ging los...! Guatemala wir kommen!!

 

Flores, Peten

 

Ein kleiner freundlicher Mittelamerikaner, unser Reiseleiter für die nächsten Tage, empfing uns auf demAeropuerto Internacional de Flores. Welch ein Name für eine Doppelgarage mit Landebahn. Nach einer Stadtbesichtigung der kleinen Hauptstadt der Provinz Petén, versorgten wir uns mit Quetzales, der hiesigen Währung und füllten in einem kleinen Laden den Wasservorrat für die nächsten Tage auf; erste Eindrücke des Lebens in Guatemala. Auf dem Weg in unser Hotel „Villa Maya“, bogen wir ab, von der asphaltierten Strasse, auf einen Sandweg durch den Urwald. Der Dschungel, was für ein Anblick! Die exotischen Laute, die warme Luft begleiteten uns in die Nacht und weckten uns am frühen Morgen. Unbeschreiblich ist das Gefühl dem Treiben dieser fremden Tierwelt zu lauschen.

 

Nach dem Frühstück brach unsere kleine Gruppe auf nach Tikal. Um es vorgeg zu sagen:

 


 

"Nichts ist wie Tikal"

 

 

Auffallend waren Warnschilder mit Schlangen, Jaguaren und anderem Getier, die den Weg durch das Naturschutzgebiet säumten, diese und der immer dichter werdende Dschungel ließen die Spannung steigen. Uns war schon klar, dass wir eine riesige Ausgrabungsstätte besuchten, aber 5 Stunden Fußmarsch, stellte all unsere Vorstellungen in den Schatten. 

Der Weg führte uns an riesigen Farnen und Bäumen vorbei. Wären wir nicht so fachkundig unterwiesen worden, hätten wir uns wie Forscher gefühlt, die in jeder Lichtung einen neuen Tempel, eine Stele und andere Vermächtnisse der Mayakultur entdeckt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf Treppenstufen, die auf verschlungenes Wurzelwerk des Urwaldes genagelt wurden, stiegen wir 75m hoch, auf die oberste Plattform von Tempel 5. Welch ein Ausblick! Welch eine Dimension! Dschungel, so weit das Auge reicht, Mayabauten, die aus dem Grün herausragen! Nichts ist wie Tikal!

 

Links und Rechts des Weges durch den Dschungel lagen weitereTemel und Stelen. Die „Magie“ dieser steinernen Architektur zog uns zum Hauptplatz, dem Zentrum des Lebens der Maya-Zeit mit seinen Riten und Opfergaben. Man kann diese Eindrücke kaum steigern!

 

 


 

Copan, Honduras

Unsere Busfahrt führte uns 600 km weiter, von Nord nach Süd und über die Grenze nach Honduras. In Copan, einem sehr gemütlichen und recht hübschen Ort, besuchten wir eine Ausgrabungsstätte von besonderer Qualität. 

 

Der harte Stein hat alle Objekte und Inschriften (das Studienthema unseres Reiseleiters an der Uni in Guatemala City) ausgesprochen gut erhalten, sodass viele Details und sogar Farben erkennbar blieben. Eine ganze Treppe, deren Stufen aus Hieroglyphen besteht, erzählt die Geschichte der Herrscher von Copan. Der mächtigste von ihnen war „18-Kaninchen“ - der Name prägt sich ein.

Auch der Abend dieses Tages hatte seine Besonderheit. Wir aßen auf Empfehlung unseres Reiseleiters im „Carnitas Nia Lola“, einem Restaurant ohne Türen und Fenster, in dessen Mitte auf einem Grill alle möglichen Arten von köstlichen Fleischspießen gegrillt wurden, die die Kellnerinnen dann auf dem Kopf balancierend servierten.

 

Tipp: Carnitas Nia Lola

Orginelles Restaurant mit großem offenen Grill in der Mitte des Lokals. Serviert werden unterschiedliche Spieße mit scharfter Salsa, Tortillas etc. Das Essen ist sehr gut und das Balancieren der Kellnerinnen mit einer Flasche, Schüssel bis hin  zu Platten über eine schmale Treppe in den 1. Stock ist sensationell!

 

 

 

 


 

 

Uns fiel ein Stein vom Herzen! „Der erste Hurrican der Saison ist über El Salvador abgedreht“ hieß die gute Nachricht am nächsten Morgen. Wir konnten also beruhigt in Richtung Guatemala City aufbrechen. Diese Stadt hat eine so unmenschlich hohe Luftverschmutzung, nur das Durchfahren dieses Molochs hinterließ Kopfschmerzen und Atemnot. Erleichtert nahmen wir die schwarzen Auspuffgase der Busse hin, als wir die letzte Steigung aus diesem Kessel hinauf fuhren, um das höhergelegene Antigua zu erreichen.

 

 

 

Antigua Guatemala

 

 

 

 

Antigua Guatemala war ehemals die Hauptstadt der Spanier in Mittelamerika und später Guatemalas. Leider zerstörte 1773 ein Erdbeben die koloniale Pracht, sodass Guatemala City geplant und aufgebaut wurde. Trotzdem ist die wunderschöne Prägung der Conquistadors immer noch zu erkennen, die meisten Häuser in den Kolonialfarben Rot, Gelb und Blau gestrichen, überragt vom Fuego, einem aktiven Vulkan. Interessant eingerichtete Innenhöfe mit Restaurants, Cafés mit Gärten und Geschäften bieten einen wunderschönen Aufenthalt und laden zum Shoppen ein.

 

 

 


 

Der Atitlan-See

 

Spürbar setzte die Regenzeit ein. Im Hochland von Guatemala sind die Temperaturen im Schnitt 10oC niedriger als im tropischen Tiefland. Regelmäßig bezog es sich gegen 12:00 Uhr, um am Nachmittag junge Hunde zu regnen. Und so goss es auch, als wir am Atitlan-See an steilen Hängen in die Tiefe fuhren. Die schmale Strasse schlängelte sich, in den Fels gehauen, den Kraterrand des Vulkansees hinunter, durch die dichte Wolkensuppe konnte man die Hand vor Augen nicht sehen. Glücklich im Hotel angekommen, verbrachten wir den Abend am flackernden Feuer des Kamins, um uns zu wärmen (unglaublich: bei 20oC haben wir nach den heißen Tagen wahrhaft gefroren!).

 

Welch eine Überraschung, als wir am nächsten Morgen über den See blickten:

 

Strahlend blauer Himmel, kristallklares Wasser und eine brillante Fernsicht auf Vulkane am Horizont.  Alexander von Humboldt nannte ihn den schönsten See der Welt (er war wohl auch am frühen Morgen hier). Nach einer Stunde Bootsfahrt erreichten wir Santiago de Atitlan auf der anderen Uferseite. Der Glaube der einheimischen Mayas ist hier leicht skurril. Sie verehren Maximón - eine hölzerne Heiligenfigur - die bekleidet und mit Zigaretten und Alkohol versorgt wird. Sein „Gastgeber und Sprachrohr“ wird für 1 Jahr bestimmt und dadurch zur angesehensten Person im Ort.

 

 


 

Chichicastenango

Den Nachmittag verbrachten wir in Chichicastenango. Die Attraktion dieses Städtchens war der Wochenmarkt, der hunderte Mayas des Umlandes und fast ebensoviele Touristen anlockte.

 

 

 

 

 In Hallen und an etlichen Ständen wurden die Produkte des Hochlandes angeboten. Appetitliches Obst und Gemüse, farbenprächtige Stoffe, Textilien und dekorative Accessoires wechselten hier den Besitzer. Auch wir konnten nicht widerstehen und erstanden eine Maske, als Erinnerung an die einmaligen Erlebnisse in Guatemala.

 

 

Das Ende unserer Rundreise nahte, und fast auch unser eigenes, denn der Pilot, der uns sicher nach Cancun zurück bringen sollte, schien mehr an einem Treffen mit der Stewardess interessiert zu sein, als am Treffen der Landebahn. Grupo-Taca wird nicht unsere Lieblings-Airline. Glücklich stiegen wir in Mexiko aus dem Flugzeug, um in Playa del Carmen noch zehn weitere Urlaubstage am karibischen Strand zu genießen. Erholung pur und genügend Muße um das Erlebte zu verinnerlichen.

 



 

^