www.wittremberg.de
Marokko 2004

Wie jedes Jahr standen wir vor der Entscheidung, wohin fahren in den Urlaub.

Nachdem wir eigentlich schon die ganze Welt  ins Auge gefasst und uns entschlossen hatten, Europa urlaubstechnisch zu verlassen, fiel die Wahl auf Marokko. Nicht gerade weit weg; aber immerhin......für den Anfang!?

Am 08.06.2004 ging es los, der Flug startete in Düsseldorf und brachte uns nach Agadir. Mit dem organisierten Transfer erreichten wir dann das RIU Hotel Tikida Dunas, das wir für  Erholung, Meer und Strand ausgesucht hatten.

Ein neues und sehr schönes Hotel, welches beim Betreten den vorangegangenen Stress schon wieder vergessen ließ.

Wir erhielten wunschgemäß ein schönes Hotelzimmer mit Meerblick. Von unserer Terrasse waren uns lediglich 10 Meter  bis zum Strand. Traumhaft.

Zu dem Hotel braucht man eigentlich nicht viel sagen. Es war ein schönes Hotel der gehobenen Kategorie und erfüllte unsere Wünsche in jeder Hinsicht. Auch die Variante „all inclusive“ bekam für uns eine andere, positive Bedeutung. (Wir hatten es ja auch schon mal anders......)

Während einer Verlosung im Rahmen der TUI Begrüßungsveranstaltung hatte ich – und das war bisher noch nie da gewesen -  einen Ausflug gewonnen.

Die Freude war groß, und zusammen mit einer weiteren kurzen Rundreise hatten wir die Gelegenheit, das Land ein wenig kennenzulernen oder zumindest einen Eindruck davon zu bekommen. Unsere Wahl  war eine 2-Tages-Rundreise, die uns über Marrakesch und Essaouira zurück nach Agadir führen sollte.

 In den frühen Morgenstunden des 11.06.2004 machten wir uns mit dem Bus auf den Weg. Zuvor sammelten wir noch einige andere Kulturhungrige unterschiedlichster Couleur ein.

 


Marrakesch:

Auf dem Weg in die "Perle des Südens" schlängelte sich unser Bus durch die Berge und wir bekamen eine traumhafte Landschaft zu sehen. Das Marokko so grün sein konnte, versetzte uns schon ins Staunen. Wir hatten mit einer Menge Sand und Wüste gerechnet.

 

 

In den Ebenen änderte sich dann doch das Bild: Karge Landschaft mit einigen grünen Oasen an Wasserläufen. Das Leben am Rande der Straße war eine Mischung aus westlicher Aufgeschlossenheit und Anflügen von 1001 Nacht.

Allerdings war die Armut der Bevölkerung in den Dörfern schon zu erkennen. und es erschüttert, wenn man sieht, unter welchen Umständen ein Großteil der Bevölkerung dort lebt.

Andererseits ist es auch interessant zu sehen, was die Menschen eines Landes tun (oder eben nicht), um Steuern zu sparen. Da man für ein Haus erst dann Steuern bezahlt, wenn es komplett fertig ist, hat man eben immer eine Fassade, an der noch Kleinigkeiten zu machen sind. Nichts ist also fertig gebaut.

In Marrakesch angekommen, starteten wir gleich mit unserer Stadtrundfahrt. Vorbei an Moscheen und anderen monumentalen Gebäuden, erreichten wir dann einen Marktplatz, der uns schon einmal einen kleinen Einblick in das Leben in Marrakesch gab.

Eines der Hauptattraktionen Marrakeschs ist der Bahia Palast.

Während der Besichtigung wurde die Liebe des Bauherren zum Detail mehr als deutlich. Die Mosaiken, die uns mit ihrer Schönheit in den Bann zogen, die Türen und Fenster mit ihren Schnitzereien und Ornamenten von denen wir die Blicke gar nicht mehr lassen konnten.

Wir hatten auf jeden Fall das Gefühl, in eine orientalische Märchenwelt versetzt worden zu sein.

 

Einen Kontrast zur quirligen und lauten Stadt bietet der Jardin Majorelle, den Jacques Majorelle 1923 um seine Villa anlegte. Dieser leuchtende Farbrausch wurde von Yves Saint Laurent restauriert und der Stadt Marrakesch übergeben. Ich könnte mich stundenlang hier aufhalten, Ruhe, Farben, Pflanzen und Architektur ist beeindruckend!

 

Weiter ging es zur Moschee Ben Youssef mit Medrasa Ben Youssef (Gebetsschule), die entgegen dem zuvor gesehenen Palast doch beengtere Räumlichkeiten aufwies.

Sehenswert ist das Bab Agnou, mit einem Stadttor und den Saadier-Gräbern.

Zwischenzeitlich steuerten wir unser Hotel an, bezogen unsere Zimmer und nahmen ein kleines Mittagessen ein.

Die Mittagspause kam wie gerufen. Es hatte den Anschein, das Marrakesch alles gab, was es an Temperaturen zu geben in der Lage war. Die Luft stand in der ganzen Stadt und es waren weit über 40 Grad Lufttemperatur. Vorm Hotel hatte man das Gefühl, als sei ein riesiger Heißluftfön aufgestellt.

 

Nachmittags gingen wir in das Herz von Marrakesch, die Souks. Hier versammeln sich Handwerker, Mediziner und Händler mit Warenangeboten in allen  Farben, Materialien und Aromen – einfach alles, was das tägliche Leben dieser Stadt ausmacht.

 

Die Dimensionen dieser Ansammlung von kleinen Gassen sind unglaublich, an jeder Biegung neue Eindrücke. Da die Müllabfuhr streikte, vermischten sich die Gerüche von Abfall und der ohnehin überall in der Luft liegenden orientalischen Gewürze zu einem Cocktail, der sich tagelang auf der Haut, der Kleidung und in der Nase festsetzte. Hinzu kommt das laute Treiben -  Gehämmer und Schweißen in der „Schmiedegasse“, das immerwährende angesprochen werden von Verkäufern und durch die Enge der Gassen und Touristen knatternden Mopeds, eine Extrembelastung der fünf Sinne.

Auf dem Gaukler-Platz Gamaa' al-Fana in der Stadtmitte trifft sich abends ganz Marrakesch. Hier gibt es Schlangenbeschwörer, Heiler, Wasserverkäufer, dressierte Affen, Musiker, alle möglichen gegrillten und gekochten Innereien, frisch gepresste Säfte etc., es pulsiert das Leben.

Zum Abendessen fuhren wir vor die Tore der Stadt, um in einem Touristenkomplex Namens „Chez Ali“ von Reitervorführungen, Magikern und Bauchtänzerinnen unterhalten zu werden. Wir waren etwas peinlich berührt von dieser leicht übertriebenen 1001-Nacht-Show. Man muss allerdings die Leistung der Akteure hervorheben, besonders die Reiter stellten ihre Kunst eindrucksvoll unter Beweis.

 


 

Essaouira:

Eines war klar, es war am heutigen Morgen schon heißer, als am ganzen gestrigen Tag, die Temperatur steigt weiter.

 

Kurz vor Essaouira wurde uns an einem Aussichtspunkt ein erster  Blick auf die Hafenstadt gegönnt. Vielversprechend lag sie uns zu Füßen. 

 

 

 

Natürlich ist bei den Einheimischen  bekannt, dass hier die Touristenbusse halten; deshalb boten auch sofort geschäftstüchtige Marokkaner ihre Kamele für einen kurzen Ritt an. Ein paar Dirham für den Kamelritt und natürlich noch  ein paar Dirham extra für ein Foto.

 

Und plötzlich war er da... Der für die Region typische Wind, der die Temperatur angenehmer machte.

Der Weg in die Hafenstadt führte vorbei an einem langen Sandstrand mit neuen Hotels. Essaouira ist, wie wir dann erfuhren, sehr beliebt für musikalische Events einheimischer und ausländischer Künstler.

Von unserem Ausgangspunkt machten wir uns auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Durch das große Stadttor betraten wir die Medina, in der die Farben weiß und blau dominieren. Türen, Fensterrahmen und –läden erstrahlten im gleißenden Sonnenlicht in einem schönen hellblau und bilden eine fotogenen Kontrast zu den weißen Gebäuden, eingeführt von den Portugiesen und beibehalten von den Bewohnern Essaouira's.

Die Stadt ist geprägt von einer Vielzahl von Geschäften, in größeren und kleinen Gassen. Auch in Essaouira gibt es die typischen Souks. Natürlich nicht in dem Umfang wie in Marrakesch. Deshalb aber nicht weniger interessant

Wer sich für handgearbeiteten Schmuck aus Gold und Silber interessiert, der muss unbedingt die sogenannte „Silbergasse“ besuchen, in der auch die Farbe blau regiert.  In den Auslagen werden kunstvoll gefertigte  Schmuckstücke zu recht moderaten Preisen angeboten.

Ein Besuch des wohl am Ort größten Schnitzereibetriebes und ein Gang durch dessen Werkstatt brachte uns den Wert der dort angebotenen Holzintarsien näher, passgenaue, hochweriige echte Handarbeit.

Sehenswert ist der riesigen Fischmarkt, auf dem wohl alle Fische angeboten werden, die der Atlantik hergibt, ebenso die aus portugiesischer Zeit stammende Festungsmauer mit ihrer endlos erscheinenden, zum Meer hin ausgerichteten Kanonenreihe. Ein Imposantes Schauspiel.

Am Ende der Kanonenreihe fällt der Blick auf den Hafen.

Der Duft von frisch gebratenem Fisch strömte uns auf dem Weg dahin schon entgegen. In den direkt an der Kaimauer liegenden Bratküchen wurden die unterschiedlichsten Meerestiere zubereitet und angeboten. Der Weg führt  weiter in Richtung der Werften, in denen reges handwerkliches Treiben zu hören und zu sehen ist. Hier entstehen Holzschiffe für den Fischfang und andere Zwecke.

 

Zum Schluss fiel unser Blick auf  eine Menge von blauen Ruderbooten, die friedlich und gelangweilt in der leichten Brandung vor sich hin schaukelten.

 

Irgendwie passte dieses letzte Bild zu Essaouira und seinen Bewohnern. Hektik und Stress schienen uns hier gänzlich unbekannt. Ruhe und Gelassenheit gaben den Ton an.

Schade aber es war an der Zeit Essaouira zu verlassen und die restlichen 170 Kilometer nach Agadir anzutreten.

Auf dem Rückweg bekamen wir noch Ziegen in Bäumen zu sehen. Ja. Unglaublich aber wahr. In Marokko gibt es Ziegen, die auf Bäume klettern!

 

Zurück in Agadir endete unsere kleine Rundreise.

 



 

 

^